Dienst an den Armen in der Kirche

Das Leben der urchristlichen Kirche – nach dem Vorbild Jesu – war von der Hilfe der Bedürftigen gekennzeichnet (Sammeln für die Armen, Unterstützung der Witwen).

Die Apostel weihten Diakonen – das Diakonat galt als die erste Stufe der Sakramente – für den Dienst der helfenden Liebe. Schon damals gab es ein System, das in der Gemeinschaft  alle Bedürftige und Arme, samt ihrer Umstände und Bedürfnisse registrierte und weiter beobachtete.

Eines der Grundprinzipien der Urkirche war die Verpflichtung der Verwandtenunterstützung und die Arbeit aller Arbeitsfähigen. Die, die nicht arbeitsfähig waren und von der Großfamilie nicht versorgt werden konnten, wurden von der Kirchengemeinde unterhalten.

Der Gemeinschaft waren nicht nur die körperlichen Erfordernisse wichtig, sie kümmerte sich auch um die Seele der armen Mitglieder der Gemeinschaft. Die Donationen wurden von den Spenden der Gläubigen beschaffen. Zu den  Zeiten der Apostel hat man die Lebensmittel, die zum Eucharistiefeier gebracht und nicht verspeist wurden, an die Armen verteilt.

Die Urkirche dehnte den Armendienst auch außerhalb der Grenze des Römischen Reiches hinaus. Ein Viertel der Kirchengüter, die „quarta pauperum”, sollte man zu karitativen Zwecken verwendet werden. Die Kirche gründete Stellen für Krankenversorgung, und Gasthöfe für Reisende und Armen.

Im vierten Jahrhundert, ermöglichte das konstantinische Dekret  die Erweiterung der Armenversorgung der Kirche. Die Bischöfe wurden verpflichtet,  Gefängnisse zu besuchen, die Behandlungsweise um den Gefangenen, und die Witwenversorgung zu überwachen. In dieser Zeit wurden die ersten Klöster gegründet, deren Pflicht die Versorgung  der Armen war.

Die ersten Pfarrgemeinden, die im VI. Jahrhundert geformt wurden,  beschäftigten sich, unter anderem, auch mit Armenversorgung. Aber bald wurde es klar, dass der Dienst der helfenden Liebe noch bessere Organisation und Zusammenarbeit der Institutionen benötigt.

Die großen Heiligen des Armendienstes, wie Franz von Assisi, Elisabeth von Thüringen und Heilige Hedwig, legten die neuen Richtlinien des Armendienstes fest. Die Klöster wurden zu Zentren dieses Dienstes. Die Mönche gründeten Kranken- und Armenhäuser, die sie aus Almosen und aus eigener Arbeit unterhielten. An der Armenversorgung und Krankenpflege nahmen auch die Ritterorden teil.

Im XVI. Jahrhundert zeigte der große Betreuer der Armen, der Heilige Philipp Neri mit eigenem Leben das Beispiel, wie die verlassenen Kinder der Straße erzogen  und  Waisenhäuser organisiert werden sollen. Der Heilige Vinzenz von Paul war der bekannteste Apostel der Armen im XVII.  Jahrhundert, der ein ganz neues System der Armenversorgung errichtete. Anstatt in Institutionen ließ er die Armen in ihren eigenen Heimen, zuhause pflegen, und er beteiligte sich an der Gründung des Frauenordens der Barmherzigen Schwestern.

Auch in der Neuzeit gab es viele Bannerträger der christlichen Nächstenliebe. Der italienischer Heilige, Don Johannes Bosco, war in der Jugenderziehung herausragend, sein Beispiel folgen noch heute Salesianer-Orden. Der deutsche Selige Adolph Kolping legte die Grundlagen der Lehrlingsheime, die Engländerin Maria Ward gründete die Kongregation der Institutum Beatae Mariae Virginis – Englischen Fräulein, und erhob damit die Mädchenerziehung auf ein hohes Niveau.

Der Staat bemühte sich das Beispiel der christlichen Armenversorgung zu folgen, lernte von der Kirche und rivalisierte mit ihr. Nach der Säkularisation übernahm der Staat viele Aufgaben der Kirche und so erstanden die staatlichen Armenversorgungsinstitutionen. Infolge der Stabilisierung der staatlichen Institutionen und der Verminderung der kirchlichen finanziellen Möglichkeiten wurden die kirchlichen Sozialleistungen immer kraftloser, und beschränkten sich vollkommen nur auf die Opferbereitschaft der Gläubigen.

Aber es stellte sich heraus, dass die kirchliche Armenversorgung auch in solchen Umständen erstaunliche Ergebnisse aufweisen kann und im Stande ist, sich zu erneuern.  So ein herausragendes Beispiel war der Caritas-Verband für das Katholische Deutschland, der 1897 in Freiburg von Lorenz Werthmann gegründet wurde. Dieser Verband wurde dann 1916 von der deutschen Bischofskonferenz als Caritas des Landes anerkannt.

Werthmanns Ziel war, die freiwillige Volontörarbeit der wohlmeinenden Menschen zu organisieren und somit wirksamer zu machen. Lorenz Werthmann schuf das weltweit bekannte Zeichen der Caritas, das die Flamme der Liebe symbolisiert. Das Grundprinzip hieß, dass die Caritas unabhängig von Alter, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit allen Menschen in Not hilft. Nach deutschem Beispiel organisierten sich die Caritas auch in anderen Ländern Europas. Heutzutage ist die Caritas in der ganzen Welt präsent, als die Hilfsorganisation der Katholischen Kirche.

Caritas im Bistum Subotica

 Nach dem Friedensvertrag von Trianon waren die Franziskaner die Armenhelfer in Subotica. Sie hielten eine Volksküche und während ihrer Bettelei sammelten sie auch für die Armenversorgung. Die Pfarrer teilten das Geld aus der Kasse des Hl. Antons unter Armen. Nach dem Zweiten Weltkrieg konfiszierten die Kommunisten die Immobilien von den Kirchen und der Staat übernahm die Sozialsorge von der Kirche.

Ende der 60-er Jahre verbot der Staat auch die Bettelei an den Treppen vor Kirchen. Die Pfarren unterstützen trotz allem die Armen mit dem Geld aus Hl. Anton- Kasse.

Ab 1970 steht in der Regelung und in der Geschäftsführung der Pfarreien in der Diözese Subotica auch die Gründung von karitativen Fachabteilungen. Das war der Anfang der organisierten Form der karitativen Tätigkeit. In vielen Pfarreien begannen diese Abteilungen mit der Arbeit.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens erhielt die Jugoslawische Caritas, die von Bischöfen und einigen Laien gegründet wurde, Lebensmittelsendungen von der Caritas Europa durch die Vermittlung der Schweizer Caritas. Die LKWs sind in Belgrad angelangt und von dort aus wurden sie in die Diözesen dirigiert, wo sie ausgeladen, nach Pfarreien verschickt und dort von den Caritas Gruppen an die Bedürftigen verteilt.

Neben Lebensmittel kamen Sanitärausstattungen und Decken. Zentren der Diözesen-Caritas wurden organisiert, im Bistum Subotica in  Subotica und in  Novi Sad (Neusatz). Von da an wurden die Lieferungen direkt von diesen Zentren empfangen. Der niederländische Cord-Aid unterstützte den Kauf von Brennholz und Feuerherden, die sie mit Hilfe von Caritas-Zentren an Flüchtlinge und  Bedürftige verteilt haben. Für die Distribution der Hilfspakete schenkte die Schweizer Caritas einen Kombi und ein Auto der Caritas der Diözese Subotica.

Die Tätigkeit der Caritas der Diözese Subotica wurde von der Caritas Gorizia mit Lieferungen von Lebensmitteln und Kleidungen unterstützt, donierte Geld für Kauf von Saatgütern und Eintagsküken, finanzierte durch mehreren Jahre die Aufrechterhaltung des städtischen Rentner-Clubs und Schülerunterstützung- Organisationen. Mit ihrer finanziellen Hilfe wurde das  Gebäude des Caritas-Klubs in Subotica renoviert.

Seit 1997 ist die Caritas Oberösterreich-Linz der Partner von Caritas der Diözese Subotica.  Mit Donationen wie Lebensmittel, Kleidung, Krankenhausbetten, Laufstühle, Rollstühle unterstützte sie die Arbeit der Caritas. Sie finanzierte ebenfalls den Ankauf, die Adaptierung und Einrichtung des Bürohauses. Wir haben den Vertrag am 24. 10. 2001 unterschrieben. Neben materiellen Gütern erhielt  Caritas Subotica nützliche Hinweisungen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Heimpflege. Im 2001 wurde mit einem Pilot-Projekt der Alten- Hauspflege begonnen. Dieses Projekt wurde mit Hilfe der Caritas Oberösterreich- Linz realisiert und  15 Monate lang unterstützt.

Im Jahr 2003 startete im Lande das große Caritas-Projekt – die Heimbetreung und der Pflegedienst.   Im Bistum Subotica nur in 2 Städten (Novi Sad und Subotica) mit je 12 Mitarbeitern, gefördert von der Europäischer Caritas. Bei dem Organisieren dieser Dienstleistung leisteten die Mitarbeiter des Deutschen Caritasverbands eine große Hilfe.

Im Januar 2003 wurde als Rechtsperson die Caritas des Bistums Subotica, in Novi Sad die Caritas als die Caritas des Dekanats und die  Caritas der Pfarre in Senta registriert. Somit wurde der  unmittelbare  Empfang von ausländischen Donationen und das Projektschreiben und Bewerben ermöglicht.

Die weitere Entwicklung kann man auf diesem Homepage an den eigenen Seiten der Caritas- Zentren weiterfolgen: